St. Vitus in Langweid

Die malerische St. Vitus-Kirche in Langweid steht auf dem höchsten Punkt der Gemeinde und dieser wohlüberlegten Ortswahl ist es wohl zu verdanken, dass sie trotz der Nähe zum Lech noch nie vom Hochwasser geschädigt wurde. Aus diesem Grund hatten wohl auch schon die Römer an dieser Stelle - 15 km von Augusta Vindelicorum (Augsburg) - einen Heeresstraßen-Stützpunkt errichtet und hier, nebenbei gesagt, drei Tonnen kaputtes Geschirr hinterlassen. Es wurde 2010 entdeckt und die Langweider verfrachteten es kistenweise in die archäologische Staatssammlung und überlegten, die Ortsgeschichte tausend Jahre zurückzudatieren. Bisher galt eine 1143 ausgestellte Urkunde Papst Coelestins II. als erste historische Quelle.

1777 wurde das  frühklassizistische Gotteshaus St. Vitus eingeweiht. Baumeister war Johann Martin Pentenrieder, von ihm stammen auch einige Häuser in der Maximilianstraße in Augsburg. 1786 konnte man den Bau endgültig fertigstellen. Im Inneren trifft man auf eine Vielzahl von qualitativ hochwertigen Heiligenfiguren. Beeindruckend ist auch das gewaltige Deckengemälde, das das Martyrium des Heiligen Vitus zeigt.  Josef Anton Huber schuf 1737 diese beeindruckenden Szenen an der Decke und ebenso die weiteren Wandmalereien. Die barocke Innenausstattung trägt die Handschrift des Kistlers Philipp Jakob Einsle aus Göggingen.

Mit großem Bürgerengagement konnte die Kirche 2010 renoviert werden und enthält nun neben den spätbarocken und klassizistischen Ausstattungen auch moderne Elemente. So wurde ein neuer Volksaltar des Künstlers Erwin Wiegerling installiert, dessen Blickfang die mit Olivenöl gefüllte Glassäule in der Mitte ist. Sie soll an das Martyrium des Heiligen Vitus erinnern, der in kochendem Öl gesiedet wurde. Das Öl reagiert auf die Jahreszeiten und flockt z. B. bei Kälte aus und zeigt so dem aufmerksamen Betrachter immer neue Ein-Sichten.